Minimalismus vs. 10-Step-Routine – was ist wirklich sinnvoll?
Es gibt Badezimmerregale, auf denen stehen drei Pflegeprodukte. Und es gibt Badezimmerregale, bei denen man sich fragt, ob für die nächste Creme nicht langsam eine Baugenehmigung nötig wird.
Beides kann das Ergebnis guter Absichten sein.
Auf der einen Seite steht die berühmte 10-Step-Routine: reinigen, klären, pflegen, Serum, Maske und noch ein paar Schritte dazwischen. Auf der anderen Seite steht der Gegentrend: minimalistische Hautpflege, oft auch „Skinimalism“ genannt. Möglichst wenige Produkte, möglichst wenig Aufwand.
Aber was ist nun wirklich sinnvoll? Zehn Schritte? Drei? Oder liegt die Antwort vielleicht ganz woanders?
Woher kommt die 10-Step-Routine?
Bekannt geworden ist die mehrstufige Hautpflege vor allem durch koreanische Beauty-Routinen. Der Grundgedanke dahinter ist durchaus nachvollziehbar: Statt von einem einzigen Produkt alles zu erwarten, wird die Pflege in verschiedene Aufgaben unterteilt.
Reinigung ist Reinigung. Ein Serum übernimmt eine andere Aufgabe als eine Creme. Und nicht jedes Produkt muss alles gleichzeitig können.
Das klingt zunächst erstaunlich ähnlich wie Systemkosmetik.
Der entscheidende Unterschied liegt aber darin, ob die einzelnen Schritte tatsächlich einen Zweck erfüllen – oder ob aus einer sinnvollen Routine irgendwann einfach eine möglichst lange Routine wird.
Braucht gute Hautpflege wirklich zehn Schritte?
Nein. Die Zahl zehn sagt zunächst einmal überhaupt nichts darüber aus, ob eine Hautpflegeroutine gut ist.
Eine Haut kann mit wenigen sorgfältig ausgewählten Produkten sehr gut zurechtkommen. Eine andere benötigt vielleicht zusätzliche Pflegeschritte. Entscheidend ist nicht die Anzahl, sondern die Abstimmung.
Wer morgens und abends zehn Produkte verwendet, nur weil eine bestimmte Routine genau diese Anzahl vorsieht, verwechselt schnell System mit Menge.
Das ist ungefähr so, als würde man beim Kochen zehn Zutaten verwenden, weil zehn Zutaten grundsätzlich besser schmecken müssten als fünf. Der Koch weiß: Das kann gutgehen. Muss aber nicht.
Was bedeutet minimalistische Hautpflege?
Als Gegenbewegung zu immer umfangreicheren Beauty-Routinen hat sich der sogenannte Skinimalism etabliert. Die Idee: weniger Produkte, weniger Schritte, eine übersichtlichere Pflegeroutine.
Das kann sehr sinnvoll sein. Vor allem dann, wenn sich über die Jahre immer mehr Produkte angesammelt haben und niemand mehr so genau weiß, welches eigentlich wofür zuständig ist.
Minimalistische Hautpflege bedeutet allerdings nicht automatisch, dass zwei Produkte besser sind als vier.
Auch hier zählt die Funktion. Wenn wichtige Pflegeschritte aus reiner Begeisterung für Minimalismus weggelassen werden, ist damit wenig gewonnen.
Das eigentliche Problem: Produkte ohne Aufgabe
Eine gute Frage beim Blick ins Badezimmerregal lautet deshalb: Warum benutze ich dieses Produkt eigentlich?
Wer darauf keine vernünftige Antwort findet, hat möglicherweise einen Kandidaten entdeckt, über den man nachdenken kann.
Jeder Pflegeschritt sollte eine nachvollziehbare Aufgabe erfüllen und zum nächsten passen. Genau deshalb können bereits zusammengestellte Beauty-Sets mit aufeinander abgestimmten Produkten hilfreich sein: Nicht die Anzahl der Produkte steht im Vordergrund, sondern ihr Zusammenspiel.
Wann weniger tatsächlich mehr sein kann
Weniger kann besonders dann sinnvoll sein, wenn eine Routine über die Zeit immer komplizierter geworden ist.
Ein neues Serum kommt dazu. Dann ein Peeling. Dann ein Produkt, das man in einem Video gesehen hat. Irgendwann verwendet man mehrere Wirkstoffe gleichzeitig und kann kaum noch beurteilen, worauf die Haut eigentlich reagiert.
Eine reduzierte Routine schafft in solchen Situationen Übersicht. Man erkennt wieder besser, welches Produkt welche Aufgabe erfüllt und wie sich die Haut damit anfühlt.
Aber auch hier gilt: Reduzieren sollte nicht bedeuten, wahllos Produkte wegzulassen. Es geht darum, Überflüssiges von Sinnvollem zu unterscheiden.
Wann mehrere Pflegeschritte sinnvoll sein können
Es gibt ebenso gute Gründe für eine mehrstufige Routine.
Reinigung und Pflege erfüllen beispielsweise unterschiedliche Aufgaben. Je nach Hautbedürfnis können weitere gezielte Schritte sinnvoll sein. Die Haut eines Menschen ist schließlich nicht verpflichtet, sich an eine Drei-Produkte-Regel zu halten.
Wer sich einen Überblick verschaffen möchte, findet bei der Gesichtspflege von Aktiv Systemkosmetik unterschiedliche Pflegebausteine, die je nach individuellem Hautbedürfnis eingesetzt werden können.
10-Step-Routine und Systemkosmetik: ähnlich, aber nicht dasselbe
Auf den ersten Blick gibt es eine Gemeinsamkeit: Beide Ansätze betrachten Hautpflege als Abfolge verschiedener Schritte.
Der wesentliche Unterschied ist jedoch, dass Systemkosmetik keine bestimmte Anzahl vorgibt.
Bei Aktiv Systemkosmetik lautet die Frage nicht: Wie bekommen wir zehn Schritte zusammen? Sondern: Welche Schritte braucht diese Haut?
Das können wenige sein. Es können bei besonderen Bedürfnissen auch mehr sein. Entscheidend ist, dass die Produkte aufeinander abgestimmt sind und jeder Schritt einen nachvollziehbaren Zweck hat.
Wie dieser Gedanke konkret umgesetzt wird, zeigt beispielsweise das AktivDermaCare-Pflegesystem: Die Pflege wird als System verstanden und nicht als Wettbewerb darum, möglichst viele Fläschchen auf dem Waschtisch unterzubringen.
Was ist also besser: Minimalismus oder 10-Step-Routine?
Die etwas unbefriedigende, aber ehrliche Antwort lautet: weder noch.
Zumindest nicht grundsätzlich.
Eine minimalistische Routine kann hervorragend sein, wenn die wenigen Produkte gut ausgewählt sind und zur Haut passen. Eine umfangreichere Routine kann ebenso sinnvoll sein, wenn jeder einzelne Schritt eine Funktion erfüllt.
Problematisch wird es an beiden Enden: zehn Produkte nur der zehn Produkte wegen sind ebenso wenig sinnvoll wie der Ehrgeiz, unbedingt mit zwei Produkten auszukommen.
Die beste Hautpflegeroutine ist nicht möglichst kurz oder möglichst lang. Sie ist so umfangreich wie nötig und so übersichtlich wie möglich.
Woran erkenne ich eine sinnvolle Hautpflegeroutine?
Ein guter Ausgangspunkt sind ein paar einfache Fragen: Weiß ich, welche Aufgabe jedes meiner Produkte erfüllt? Passen die Produkte zueinander? Passt die Routine zu meinem aktuellen Hautzustand? Und verwende ich manche Dinge vielleicht nur noch aus Gewohnheit?
Wer diese Fragen beantworten kann, braucht keine vorgeschriebene Anzahl von Pflegeschritten.
Dann wird aus einem Trend eine Routine, die tatsächlich zum eigenen Alltag und zur eigenen Haut passt.
Fazit: Die Haut kann nicht zählen
Ob drei, fünf oder zehn Schritte: Die Haut interessiert sich erstaunlich wenig für die Zahl.
Sie merkt nur, was sie bekommt.
Deshalb ist die Debatte zwischen Minimalismus und 10-Step-Routine am Ende weniger wichtig, als sie zunächst erscheint. Entscheidend sind passende Produkte, eine sinnvolle Reihenfolge und eine Routine, die weder überfordert noch wichtige Bedürfnisse ignoriert.
Oder etwas kürzer: nicht möglichst viel. Nicht möglichst wenig. Sondern möglichst passend.
Nächster Schritt
Wenn dein Badezimmerregal inzwischen etwas unübersichtlich geworden ist oder du nicht sicher bist, welche Schritte deine Haut wirklich braucht, kann ein Blick auf die gesamte Routine helfen.
👉 Gemeinsam mit Heidi Stöß kannst du herausfinden, was bleiben darf, was fehlt – und was möglicherweise gar nicht nötig ist.
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Häufige Fragen
Was ist eine 10-Step-Routine?
Eine 10-Step-Routine ist eine mehrstufige Form der Hautpflege, die vor allem durch koreanische Beauty-Routinen bekannt geworden ist. Dabei werden unterschiedliche Produkte nacheinander für verschiedene Pflegeaufgaben eingesetzt.
Braucht man wirklich zehn Produkte für gute Hautpflege?
Nein. Entscheidend ist nicht die Anzahl der Produkte, sondern ob die einzelnen Schritte zur Haut passen und sinnvoll aufeinander abgestimmt sind.
Was bedeutet Skinimalism?
Skinimalism bezeichnet einen minimalistischen Ansatz in der Hautpflege. Statt vieler Produkte wird bewusst eine überschaubare Routine mit ausgewählten Pflegeprodukten verwendet.
Kann zu viel Hautpflege problematisch sein?
Eine sehr umfangreiche Routine kann unübersichtlich werden und es erschweren, einzelne Produkte und ihre Verträglichkeit einzuschätzen. Mehr Produkte bedeuten deshalb nicht automatisch bessere Pflege.
Wie viele Schritte sollte eine gute Hautpflegeroutine haben?
Dafür gibt es keine feste Zahl. Eine gute Routine sollte so viele Schritte enthalten, wie für die individuellen Bedürfnisse der Haut sinnvoll sind – und keinen nur deshalb, weil ein Trend ihn vorgibt.